SAMMLUNG SÁNDOR SZOMBATI
MUSEUM ST. LAURENTIUS
Sonderausstellung Imagination einer Frau: Christel Runne (1894 – 1981) vom 24. April bis zum 1. November 2026 Als der Mülheimer Galerist Gerold d‘Hamé den künstlerischen Nachlaß der in Witten aufgewach- senen Münsteraner Malerin Christel Runne über- nahm, war sie eine selbst in ihrer Heimatstadt weitgehend unbekannte und vergessene Künstlerin. Erst mit Hilfe ihrer Photoalben, eines Notizbuches und der Auswertung von annähernd 400 Briefen aus dem nichtkünstlerischen Nachlaß im Besitz von Dr. Michael Herholz, Münster, konnten Bruchstücke ihrer Biographie rekonstruiert werden, so daß nun Leben und Werk der Christel Runne in unserer Schau der Öffentlichkeit wieder zugänglich werden, denn in den 1920er Jahren war sie auf zahlreichen Ausstellungen besonders in Westfalen sehr präsent. Gerold d‘Hamé stellte uns eine Auswahl von Runnes Arbeiten zur Verfügung, ein weiteres Konvolut zeigt er selbst ab dem 30. Mai 2026 parallel in seiner Galerie in Mülheim. Überdies lieh er dem Münsteraner Stadtmuseum einige frühe Bilder für eine Gruppenausstellung mit heimischen Künstlerinnen, zu sehen ab 8. Mai 2026, so daß Runne nun in drei Städten im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf der Bildfläche erscheint. Hier ist eine stilistisch vielseitige Malerin und Zeichnerin wiederzuentdecken, die erstmals in einem umfang- reichen Katalog gewürdigt wird. Im kommenden Jahr wird unsere Ausstellung – sie ist Michael Herholz gewidmet, der im Januar 2026 unerwartet verstarb – auch im Stadtmuseum Münster gezeigt.
Für ihr herausragendes kulturelles und bürger- schaftliches Engagement in der Stadt Duisburg wurden am 30. Oktober 2025 Dr. Margarete Jäger, Sabine Haustein und Thorsten Fischer von Ober- bürgermeister Sören Link in einer Feierstunde im Rathaus mit der Mercator-Ehrennadel ausgezeich- net. Der Vorstand gratuliert den drei Preisträgern. Unsere Vorsitzende Sabine Haustein leiste, so Link, einen wichtigen Beitrag zur Duisburger Kunstgeschichte, indem sie vergessene Duis- burger Künstlerinnen und Künstler aufspüre und Sonderausstellungen über sie in der denkmal- geschützten Kirche St. Laurentius in der Eisen- bahnsiedlung in Duisburg-Rheinhausen mit- initiiere. Sie habe sich für deren Erhalt und erfolgreiche Umnutzung als Museum eingesetzt, das im Rahmen seiner Dauerausstellung Arbeiten des 2006 verstorbenen ungarischen Künstlers Sándor Szombati zeige. In ihren Dankesworten verwies Sabine Haustein darauf, daß hier keine Einzelleistung gewürdigt werde, sondern daß das Museum St. Laurentius seit elf Jahren ehren- amtlich von wenigen hochmotivierten Freunden des Museums engagiert geführt werde.
Rückschau – in eigener Sache Verleihung der Mercator-Ehrennadel
Kabinettausstellung zum 100. Geburtstag von Hans Werner Henze vom 6. Dezember 2026 bis zum 7. März 2027 Die Ausstellung wird eröffnet mit einer Soiree am 6. Dezember 2026 um 17 Uhr, in der „Drei Mär- chenbilder“ aus Henzes „Pollicino“, einer Oper für Kinder aus dem Jahr 1981, zu hören sein werden, für zwei Gitarren eingerichtet von Jürgen Ruck und Elena Cásoli. Es spielen Jutta Hetges und Georg Cremer. Die Musik wird begleitet von Texten, in denen Henze über seine Arbeit in Montepulciano sowie über Sándor Szombati berichtet. Unsere Kabinettausstellung zeigt u.a. erstmals Photos mit Hans Werner Henze und Sándor Szombati, aufgenommen bei deren Begegnungen in Montepulciano. Im Sommer 1991 traf Henze Szombati in Italien, als dieser im Innenhof des Museo Civico eine Ausstellung mit Klangobjekten präsentierte. Der Komponist selbst hatte in der toskanischen Stadt auf Bitte des Bürgermeisters wegen des dort herrschenden kulturellen Notstands in den Jahren 1976 bis 1980 mit zahlreichen Musikern, Komponisten und Theaterleuten den „Cantiere internazionale d’Arte“ aufgebaut, ein Musik- und Theaterfestival mit Werkstattcharakter, das bis heute Bestand hat und mit seinen inter- disziplinären künstlerischen Angeboten Kunst- und Musikschaffende sowie ihr Publikum in die Toskana lockt. Studenten können sich für eine Mitarbeit an zahlreichen Projekten bewerben; in diesem Jahr feiert das Festival natürlich den 100. Geburtstag Hans Werner Henzes. Das zweite Mal traf der Komponist Sándor Szombati im Mai 1992 während der 3. Münchener Biennale im Münchener Gasteig, wo der ungarische Künstler wieder einige seiner raumgreifenden tönenden Installationen aufgebaut hatte, die für Henze „eine leise klirrende, flüsternde, tropfende Polyphonie von großer Zärtlichkeit“ zum Klingen brachte, die die Besucher der Ausstellung abseits vom Lärm der Zeit geradezu verzauberte: „Sándor Szombati ist ein Magier, der aus den Grenz- übergängen von Musik, Materie und Bildlichkeit operiert und zart und diskret auf die ganz leisen Dinge der Welt aufmerksam macht, die man ‚normalerweise‘ überhört (…)“.
Photo: © Stadt Duisburg, Tanja Pickartz
(Photograph unbekannt)
Photo: © Ralf Hecker